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Projekthintergrund

Ausgangssituation

In einer immer komplexeren Welt mit sich permanent verändernden Bedingungen in den Bereichen Schule, Ausbildung und Beruf fällt die Orientierung schwer. Hier bedarf es transparenter und breit gefächerter Information und Beratung, die für alle Menschen zugänglich ist und insbesondere Personen mit niedrigen Bildungsabschlüssen und negativen Bildungsbiographien berücksichtigt. Aufgabe von Beratung ist es, Menschen auf ihrem individuellen Lebens- und Berufsweg zu begleiten und zu unterstützen, relevante Informationen bereitzustellen und ihre Entscheidungsfindung zu erleichtern. Beratung muss eine Brücke schlagen zwischen den Individuen mit ihren Erfahrungen, Qualifikationen, Vorstellungen und Bildungsbedarfen und den Erfordernissen der Lebens- und Arbeitswelt. In diesem Sinne hat Beratung eine verknüpfende Funktion und ist eine unverzichtbare Bedingung für das Lernen im Lebenslauf.


Zielsetzung

Beratung soll berufs- und bildungsbezogene Entscheidungsprozesse begleiten und helfen, Entscheidungen bewusst und eigenverantwortlich treffen und umsetzen zu können.

Das Projekt Jobassistenz verfolgt einen ganzheitlichen und vernetzenden Ansatz, um die Zugangsmöglichkeiten von Menschen unterschiedlicher Herkunft zu Bildung und in das Berufsleben zu unterstützen und zu verbessern. Die beiden Einrichtungen der Jobassistenz haben die Aufgabe, Job- und Bildungsberatung für alle Menschen mit Fokus auf die regionale Arbeitsmarkt- und Beschäftigungssituation anzubieten. Mit den Aspekten Information und Beratung sowie Unterstützung bei der Suche und Auswahl von Ausbildungen, Qualifizierungen und Lernangeboten als auch Vermittlung in Arbeit und Beschäftigung wird ein Arrangement der individuellen Förderung und Unterstützung der "Hilfe zur Selbsthilfe" vorgehalten.

Ziel ist es, eine auf den Einzelfall abgestimmte transparente Beratung und Informationen anzubieten, verbunden mit der Möglichkeit die Kundinnen und Kunden in vernetzte und angegliederte Leistungen und Angebote zu vermitteln. Mit Blick auf einen lebensweltlich ausgerichteten Unterstützungsansatz werden neben Qualifizierungs-, Beschäftigungs- und Jobangeboten insbesondere regionale, bezirkliche Akteure der Sozial-, Jugend- und Schuldnerberatung in die Vermittlung einbezogen. Ein dafür eingerichtetes Netzwerk dient dem Zweck der Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit, einer Berufsausbildung, einer Weiterbildung bzw. einer Qualifizierungsmaßnahme.


Die Jobassistenz als...

    - ein Netzwerk der sozialintegrativen Instrumente und Ressourcen

Land, Bezirk und regionale Arbeitsverwaltung gehen eine institutionelle und programmübergreifende Kooperation zur Realisierung einer vertiefenden und umfassenden Beratung und Unterstützung von Erwerbslosen ein. Hier liegt ein Kernpunkt des Konzepts, das ermöglicht und vorsieht, dass bezirkliche und kommunale Akteure einbezogen sind und ihr Handeln aufeinander abstimmen. In dieser Weise verbünden sich arbeitsmarktpolitische mit bildungspolitischen Aufgaben und Strukturen in einem gemeinsamen Ansatz für die Bereitstellung von Supports für das Lernen im Lebenslauf und konkreter Beschäftigung.

    - ein Netzwerk zur beruflichen und sozialen Integration

Die Zusammenarbeit zwischen der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales, dem Jobcenter (sowie der Arbeitsagentur) und dem Bezirk dient dem Zweck der Verzahnung und Verknüpfung von unterschiedlichen Förderangeboten und Leistungen. Das Bindeglied zwischen diesen Förderstrukturen stellt die individuelle und personenbezogene Beratung und Begleitung in der Jobassistenz dar, mit den Merkmalen trägerunabhängig, neutral und sanktionsfrei. Ziel ist die konkrete Vermittlung und Aufnahme eines individuell begründeten Angebotes.

    - ein Netzwerk zur Förderung von Chancengerechtigkeit und Diversity Management

Die Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe sind von vielen Faktoren abhängig. So spielen noch immer ethnische und soziale Herkunft, aber auch Geschlecht eine entscheidende Rolle bei der Entfaltung von Partizipationspotenzialen. Ein Ziel ist hier die Erweiterung des Berufswahlspektrums von Mädchen über die traditionellen Frauenberufe hinaus. Das Modell Jobassistenz steht für den Ansatz, Jugendlichen und Erwachsenen mit Migrationshintergrund die Integration in Ausbildung, Weiterbildung und Beschäftigung zu ebnen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Steigerung der Beteiligung von Migranten und Migrantinnen am Erwerbsleben.


Zielgruppen

Die Jobassistenzen sind für alle Bürger und Bürgerinnen, die Bedarf und Interesse an beruflicher und lernbezogener Beratung und Vermittlung haben, auch ohne vorherige Terminvereinbarung frei zugänglich. Wir möchten mit unserem Angebot aber auch insbesondere Menschen, die bereits länger ohne Arbeit oder Ausbildung sind und Jugendliche und Erwachsene aller Nationalitäten sowie Menschen mit Migrationshintergrund ansprechen.


Selbstverständnis

In Anlehnung an die OECD (2004, S. 19) verstehen wir die Job- und Bildungsberatung in der Jobassistenz "[...] als ein Dienstleistungsangebot, das darauf ausgerichtet ist, Individuen jeden Alters und zu jedem Zeitpunkt ihres Lebens dabei zu unterstützen, Bildungs-, Ausbildungs- und Berufsentscheidungen auf einer gut vorbereiteten und informierten Basis eigenständig zu treffen und ihr Berufsleben selbst in die Hand zu nehmen". Jobassistenz steht für ein Gesamtkonzept, das Job-, Bildungs- und Beratungsangebote zur Information, Orientierung und zum Lernen umfasst und damit unterschiedlichen Anforderungen, Zugängen und Bedingungen einer Gesellschaft der Vielfalt Rechnung trägt. Im Mittelpunkt unserer Tätigkeiten stehen die Beratungskundinnen und -kunden, denen wir mit Respekt und Wertschätzung begegnen und mit professioneller Beratung zur Seite stehen. Dies geschieht unter Berücksichtigung der Interessen, Fähigkeiten und Kompetenzen der einzelnen Personen und der Gesamtheit ihrer bildungsbezogenen, beruflichen, sozialen wie persönlichen Bedürfnisse. Wir achten die Würde der Person und das Recht des Individuums, unabhängige Entscheidungen zu treffen und wahren dabei Vertraulichkeit und Verschwiegenheit.

Kontakt:

Kirsten Schulze
k.schulze@ziz-berlin.de
Tel. +49 30 27 87 33 25
Fax +49 30 27 87 33 36